Insbesondere bei ur- und frühgeschichtlichen Funden, aber auch in der Archäologie und anderen Bereichen stößt man häufig auf eine Zeitangabe in kalibrierten Jahren, bei anderen dagegen auf kalendarische Zeitangaben wie 7.000 Jahre v. Chr. oder es wird angegeben, dass der Fund 8.000 Jahre alt sei. Daneben gibt es noch Zuordnungen, die sich an erdgeschichtlichen Epochen orientieren und wieder andere richten sich nach kulturellen Entwicklungen.
Das stiftet selbstverständlich viel Verwirrung, weil man auf die Schnelle das tatsächliche Alter verschiedener Fundstücke so nur schwer vergleichen kann.
In geschichtswissenschaftlichen Arbeitsbereichen, zu denen auch die Geschichtsabteilung der Hunde gehört, hat man sich darum auf die sog. kalibrierten Jahre verständigt, um das Alter in Jahren anzugeben. Da man diese technischen Möglichkeiten früher nicht hatte, wurden in der älteren Literatur selbstverständlich noch keine kalibrierten Jahre angegeben (das muss also umgerechnet werden!) und auch in der neueren Literatur wird nicht auf Angaben zur jeweiligen Epoche verzichtet, weil sie die Zusammenhänge eines Fundstückes verdeutlichen.
Ich muss nicht das Rad neu erfinden – darum geht es hier zu Wikipedia: Was sind kalibrierte Jahre und worin besteht der Unterschied zu anderen Angaben?
Für den Laien ist die zeitliche Einteilung und Zuordnung/Datierung von archäologischen, beziehungsweise ur- und frühzeitlichen Funden oft missverständlich und verwirrend. Darum hier ein paar – hoffentlich – erklärende Worte.
Grundsätzlich erfolgt die Einteilung der geschichtlichen Epochen immer im Rahmen kultureller Entwicklung. Darum ist sie erstens einmal örtlich (an den Fundort) gebunden, also beispielsweise Nord-, Mittel-, Südeuropa, Süd- oder Nordamerika, Vorder- oder Hinterasien, Ostasien usw., weil dort völlig unterschiedliche Kulturen verbreitet waren, die teilweise erheblich stärker voneinander abwichen, als es in heutger Zeit der Fall ist. Dabei gibt es trotz alledem auch innerhalb dieser geographischen Zuordnung und innerhalb der einzelnen Kulturen noch einmal zeitliche Abweichungen, die dadurch zustande kommen, dass man ja in früheren Zeiten nicht einfach ins Auto, den Flieger oder sonstwas steigen konnte, wenn man 1000 km weiter reisen oder Gegenstände, Kulturgüter oder Ähnliches transportieren wollte. Entsprechend waren abgelegene Regionen wie Inseln oder andere schwer zugängliche Gebiete (z. B. Bergregionen) kulturell oft etwas im „Hintertreffen“ weil kulturelle Entwicklungen dort i. d. R. mit zeitlicher Verzögerung ankamen. Sowohl durch Handel, kulturelle/soziale/politische Errungenschaften, als auch durch Kriege oder auf epochale Katastrophenlagen gründende Völkerwanderungen kam es nicht nur zu Überschneidungen der verschiedenen Kulturen, sondern kulturelle Entwicklungen konnten auch beschleunigt oder gebremst werden.
Das bedeutet für die Einordnung, dass beispielsweise Fundstücke, die aus dem gleichen kalendarischen Zeitraum stammen, also beispielsweise auf 7.000 v. Chr. datiert werden, im einen Fall als steinzeitliche und im anderen Fall als bronzezeitliche Funde eingeordnet werden können, weil aus dem Fund-Zusammenhang hervorgeht, dass die kulturelle Entwicklung in der jeweiligen Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt und in dieser Region unterschiedlich war!
Damit man als Laie nun nicht völlig den Überblick verliert, kann man sich in etwa an der folgenden Zeittafel orientieren. Einige Begriffe habe ich noch einmal danebengestellt und zusätzlich verlinkt. Auch dort finden sich tw. unterschiedliche Angaben, durch die man sich aber – siehe oben – nicht verwirren lassen sollte!

- Urzeit ist definiert als der Zeitraum, in dem der Mensch noch über keine andere Form als die der rein mündlichen oder bildhaften Überlieferung und Informationsweitergabe verfügte. Dazu gehören Steinzeit (Paläolithikum, Neolithikum, z. T. auch Kupfer- und frühe Bronzezeit)
- Kupferzeit: ca. 3.700 – 1.950 v. Chr.
- Bronzezeit: ca. 2.000 – 800 v. Chr.
- Mykenische Zeit: ca. 1.600/1.550 v. Chr. (nach trad. Chronologie) – 11. Jh. v. Chr. (Spätbronzezeit in Griechenland)
- Hallstatt-Zeit (frühe, ältere oder vorrömische Eisenzeit), überwiegender Teil Europas (Nord- und Mitteleuropa): ca. 800 – 450 v. Chr.
- La-Tène-Zeit (späte, jüngere Eisenzeit), überwiegender Teil Europas (Nord-, Nordwest- und Mitteleuropa): ca. 450 v. Chr. bis zur Zeit um Christ Geburt
- Klassische Zeit: ca. 480 – 336/323 v. Chr.
- Hellenismus: ca. 336/323 – 30 v. Chr.
- Römische Zeit: ca. 200 vor – 480 nach Chr.
