Prähistorische Funde

Übersicht

Fels- und Höhlenmalerei

Abbildung 1:

Vergleich der Chronologie von Felskunst (oben) und archäologischen Funden (unten).Oben: Die dunklere Schattierung kennzeichnet eine intensivere Produktion von Felskunst. Kurvenreiche Frauen stellen die früheste Felskunst in Jubbah dar und könnten mit der Besiedlung von Al-Rabyah in Verbindung stehen (Guagnin et al. 2017b); Felskunst aus der Bronzezeit wurde nur in Jubbah identifiziert.
Unten: X markiert die Datierungen frühholozäner Fundstätten in Jubbah (Al-Rabyah, Jebel Qattar 101, Jebel Oraf 2). Die frühesten bekannten Hundeskelettreste stammen aus dem vierten Jahrtausend v. Chr. im Jemen (Jebel Qutran).

Abbildung 2:

Hausrinder und Ziegen wurden zwischen 6800 und 6200 v. Chr. auf der Arabischen Halbinsel eingeführt; da es in Nordwest-Saudi-Arabien keine datierten frühneolithischen Fundstätten gibt, wurde von den Autoren der Arbeit 6200 v. Chr. als konservativeres frühestes Datum verwendet.

Abbildung 3:

Zusammengesetztes Foto von Tafel 16 in Shuwaymis. Die Tafel ist in der Mitte beschädigt, und starker Wasserfluss hat einen Teil der alten Patina abgetragen. Die rechte Seite der Tafel zeigt einen Jäger mit 13 Hunden, die linke Seite einen Jäger, ein großes Pferd und 8 Hunde. Die Gravuren sind weiß nachgezeichnet, eine unvollendete Hundegravur ist gestrichelt dargestellt. Zwei der dargestellten Hunde sind eindeutig mit einer Leine mit dem Jäger verbunden!

YouTube (Englisch)

Wissenschaftliche Arbeiten:

2017 Guagnin, Maria et al., Pre-Neolithic evidence for dog-assisted hunting strategies in Arabia

2018 Scerri ,Eleanor M.L. et al,,Neolithic pastoralism in marginal environments during the Holocene wet phase, northern Saudi Arabia

2020 Guagnin Maria et al.,The Holocene humid period in the Nefud Desert: Hunters and herders in the Jebel Oraf palaeolake basin, Saudi Arabia;

2021 Guagnin, Maria et al., Life-sized Neolithic camel sculptures in Arabia: A scientific assessment of the craftsmanship and age of the Camel Site reliefs;

2023 Sapir-Hen, Lidar & N. Fulton, Deirdre, A dog’s life in the iron age of the suthern levant: connecting the textual and archeological evidence

Jagdszene mit Hunden Jungsteinzeitliche Felsmalerei aus Nordspanien, genaues Alter und Herkunft unbekannt. Möglicherweise bei Altamirara?/Eralla?

Die zu dem vorgegebenen Zeitpunkt einzig für Hundehaltung bekannte Gruppe gehörte zur Federmessergruppe

Skelett-/Knochenfunde (alphabetisch)

Die jeweiligen zeitlichen Einordnungen sind z. T. sehr umstritten – jeder hätte halt gern Anspruch auf den Platz des ältesten Hundefundes. 😉

Ich habe also immer eine der Angaben dazugeschrieben – vielleicht einigen sich die Gelehrten ja eines Tages und bis dahin reicht es uns wohl, es so ungefähr zu wissen.

Alaybeyi Höyük (Türkei)

Datierung: ca. 908–797 v. Chr.

Baume Traucade (Frankreich)

Datierung: ca. 14.050 bis 13.350 v. Chr.

Wissenschaftliche Arbeiten:

2026 Germonpré, Mietje et al., The Canis lupus ssp. (Mammalia, Carnivora) of the Baume Traucade (Issirac, Gard, France): A complete skeleton of a “dog-like” individual from the post-LGM

Zusammenfassung (übersetzt):

Vollständig erhaltene Skelette von Caniden aus dem Pleistozän sind seltene Funde. Hier beschreiben wir einen solchen einzigartigen Fund aus der Baume Traucade, einer Höhlenfundstätte in der Gemeinde Issirac in Südfrankreich, der die seltene Gelegenheit bietet, eine Reihe von Skelettelementen desselben Individuums detailliert zu untersuchen. Bei diesem Caniden handelte es sich wahrscheinlich um ein Weibchen mit einer geschätzten Körpermasse von 26 kg und einer Schulterhöhe von 62 cm. Das Alter des Fundes liegt bei etwa 16,0 bis 15,3 cal ka BP. Aufprallspuren an den Lendenwirbeln und Rippen sowie kreisförmige Perforationen an einem der Schulterblätter deuten darauf hin, dass das Tier kurz vor seinem Tod von Menschen verletzt wurde. Das Skelett aus der Baume Traucade wird mit einer Reihe von Referenzgruppen verglichen, darunter fossile und rezente Wölfe sowie paläolithische, prähistorische und moderne Hunde.

Eine lineare Diskriminanzanalyse der ln-transformierten kraniometrischen Rohdaten ordnet diesen Caniden mit einer A-posteriori-Wahrscheinlichkeit von 99,5 % und einer Typizitätswahrscheinlichkeit von 49,8 % der Gruppe der mutmaßlichen paläolithischen Hunde zu.

Eine lineare Diskriminanzanalyse der allometrisch größenbereinigten kraniometrischen Daten ordnet ihn mit einer A-posteriori-Wahrscheinlichkeit von 96,7 % und einer Typizitätswahrscheinlichkeit von 75,1 % derselben Gruppe zu. Darüber hinaus weist der Canide aus der Baume Traucade auch auf der Grundlage univariater Analysen seines Unterkiefers und seiner Röhrenknochen die größte Ähnlichkeit mit der Gruppe der mutmaßlichen paläolithischen Hunde auf.

Bonn-Oberkassel (Deutschland)

Datierung: ca. 12.916 bis 12.232 v. Chr.

Die Hundebestattung von Bonn-Oberkassel (Deutschland)

Magdalenien, Alter ca. 14.866–14.182 kalibrierte Jahre

Entgegen früheren Annahmen zeigte sich, dass die gefundenen Hunde-Skelettreste nicht zu einem, sondern zu zwei Hunden gehören müssen, wobei einer der Hunde älter und etwas kleiner war. Bei Untersuchungen der Zähne des jüngeren Hundes fand man heraus, dass er ungefähr im Alter von 19 Wochen an Staupe erkrankt war, die er aber verhältnismäßig lange überlebt hatte. Zwischen der 19. und 23. Lebenswoche entwickelte er mehrere schwere Krankheitsschübe, die zum Untergang einiger Zahnkeime und weiteren skelettalen Schäden geführt hatten (typisch für frühe Staupe-Erkrankungen), und die er ohne erheblichen Pflegeaufwand nicht überlebt hätte. Er muss also intensiv und über einen Zeitraum von mehreren Wochen gepflegt worden sein, bevor er im Alter von ca. 28 Wochen verstarb. Zu diesem Zeitpunkt hatte er eine berechnete Schulterhohe von etwa 45 cm und wog um 15 kg. Dass er während dieses Zeitraumes für den Menschen irgendeinen Nutzen gehabt haben könnte, ist nicht nur im Hinblick auf seinen körperlichen Zustand mit absoluter Sicherheit auszuschließen, sondern er kann in diesem Alter auch noch keinerlei Training, z. B. für die Jagd, gehabt haben. Die einzigen Erklärungen sind also eine enge emotionale Beziehung und eine für das eigene Überleben (z. B. Jagderfolg) besondere Wichtigkeit. In unmittelbarer Umgebung dieses Begräbnisplatzes wurden inzwischen weitere Hundezähne gefunden, deren nähere Untersuchung allerdings, ebenso wie die genaue Analyse der Überreste des zweiten Hundes, noch aussteht.

Wissenschaftliche Arbeiten:

2015 Giemsch, Liane et al., Interdisciplinary investigations of the late glacial double burial from Bonn-Oberkassel

2015 Street, M. et al., The late Palaeolithic dog from Bonn-Oberkassel in context
In: The Late Glacial Burial from Oberkassel Revisited (L. Giemsch / R. W. Schmitz eds.), Rheinische Ausgrabungen 72, 253-274. ISBN 978-3-8053-4970-3

2016 Janssens, L. A. A. et al., The oldest case yet reported of osteoarthritis in a dog: An archaeological and radiological evaluation

2018 Janssens, Luc et. al., A new look at an old dog: Oberkassel resonsidered

Eralla (Spanien)

Datierung: ca. 15.460 bis 15.146 v. Chr.

Gamla Uppsala, Bootsgrabfriedhof (Schweden)

Datierung: ca. 750–1100 n. Chr.

Wissenschaftliche Arbeiten:

2023 Nichols, Christopher, Three Dogs from the Late Iron Age Boat Grave Cemetery at Gamla Uppsala Prästgården, Sweden

Hier findet sich auch ein Bezug zu spitzartigen Hunden!

Gnirshöhle (Deutschland)

Datierung: ca. 14.000 bis 12.000 v. Chr.

Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen: Als aus Wölfen Hunde wurden

Wissenschaftliche Arbeiten:

2021 Baumann, Chris et al., A refined proposal for the rigin of dogs: the case study of Gnirshöhle, a Magdalenian cave site

Gough’s Cave (Großbritannien)

Datierung: ca. 12.843 bis 12.140 v. Chr.

Goyet-Höhle (Belgien)

Datierung:

Grotta Paglicci / Grotta Romanelli (Italien)

Datierung: ca. 13.850 v. Chr. bis 9.250 v. Chr.

Haida Gwaii (Canada, Britisch Kolumbien)

Datierung: ca. 13.100 v. Chr.

Hornborgasjön (Schweden)

Datierung: ca. 7.300 Jahre v. Chr.

Kesslerloch (Schweiz)

Datierung: ca. 12.368 bis 12.089 v. Chr.

Wissenschaftliche Arbeiten:

1875 Merk, Konrad, Der Höhlenfund im Kesslerloch bei Thayngen (Kanton Schaffhausen). In: Mittheilungen der Antiqarischen Gesellschaft (der Gesellschaft für vaterländische Alterthümer) in Zürich. Band 19, 1875–1877, Zürich 1875, S. 1–44 (Erstbeschreibung)

2008 Napierala, Hannes, Die Tierknochen aus dem Kesslerloch. Neubearbeitung der paläolithischen Fauna. Beiträge zur Schaffhauser Archäologie 2. Schaffhausen 2008.(leider z. Zt. keine frei verfügbare Arbeit!)

Předmostí (Tschechien)

Datierung: strittig

Sierra de Atapuerca (Spanien)

Datierung: ca. 5.320 – 4.500 v. Chr.

Bearbeitungsspuren:

Frühe Bronzezeit

Mittlere Bronzezeit

Alle Maßstabsbalken der mikroskopischen Aufnahmen entsprechen 1 mm

Southampton (Großbritannien)

Datierung: ca. 3. – 1. Jh. v. Chr.