Der Spitz auf Zeichnungen, Stichen und Radierungen

Information zur Bedeutung von Holz-, Kupfer- und Stahlstichen

Holz-, Kupfer- und Stahlstiche waren für lange Zeit die einzige Möglichkeit, Bilder zu drucken und dienten daher in der frühen Buchdruckerei der Illustration von Büchern (z. B. der sog. “Damhouder”, eine Sammlung von Rechtsbüchern, aus dessen “Pupillorum Patrocinium” die hier vorliegenden Illustrationen stammen), für die sie eigens hergestellt wurden. Eine ganz saubere Abgrenzung zwischen “Drucken” und “Stichen” ist daher nicht immer möglich – lediglich gegen moderne Drucke kann man sie trennen.

Daneben gab es auch Stiche, die speziell als Bilder gedruckt wurden. Sie waren quasi das “Gemälde der armen Bevölkerung”, die sich andere hochwertige Bilder nicht leisten konnte. Häufig dienten sie auf fliegenden Blättern der Informationsverbreitung (davon habe ich einige bei der „Geschichte der Spitze“ eingestellt, um den Einstieg in die damalige Gedankenwelt zu erleichtern) und bedienten gleichzeitig den Bildungshunger, da Analphabetismus/Illitteralität noch sehr lange verbreitet war. Neben solchen einzelnen Flugschriften gab es gerade im 19. Jh. zunehmend verschiedenste regelmäßig erscheinende Druckschriften, die oft mit nur sehr wenigem Text, aber vielen Bildern Sinnzusammenhänge verdeutlichen sollten. Oft wurden die wenigen Druckwerke, die man sich leisten konnte, von ihren Besitzern gehütet wie ein kleiner Schatz. Meistens wurde der Text dabei in Reime gefasst, die man sich leichter merken konnte und anhand derer dann sogar manche Leute das Lesen erlernten, weil der Besuch einer Schule immer noch ein besonderes Privileg war. Typische Beispiele dafür sind “Fliegende Blätter“, der “Münchener Bilderbogen“, der “Harzberg-Kalender“, “Die Gartenlaube” oder der “Scherl-Kalender” (den habe ich leider nur als Print-Ausgabe selbst), die auf unterschiedlichem Niveau der Verbreitung und Erweiterung des Wissens, aber auch moralischen und ideologischen Gedankengutes, vielfach in Form von Fabeln, dienten. Aus diesen Schriften und Abbildungen entwickelten sich beispielsweise Kinderbücher wie “Der Struwwelpeter“, die Werke Wihelm Buschs und Anderes mehr. Auch bekannte Maler wie Adrian Ludwig Richter (1803 – 1884) produzierten neben Gemälden nicht selten gleichzeitig Stiche für solche Druckschriften. So lassen sich viele Stiche auf Gemälde zurückführen, stellen aber eine individuelle Variation dar, von denen es durchaus tw. mehrere gab. Sofern der Holz-, Kupfer- oder Stahlstecher nicht bekannt ist, habe ich sie dem Maler des Ursprungsgemäldes zugeordnet. Andere Bilder liegen ausschließlich als Stich vor,

Viele dieser alten Stiche entfalten dabei ihren ganz eigenen Charme und gerade die gut gearbeiteten Metallstiche können manchmal sogar die Qualität eines Schwarz-Weiß-Fotos erreichen!

Radierungen sind Stichen sehr ähnlich, unterscheiden sich aber durch das Verfahren und wirken häufig realistischer und lebhafter.

Listen der Kupferstecher sind zu finden

Liste der Illustratoren der Zeitschrift “Die Gartenlaube”: Die Gartenlaube/Illustratoren

Portraits, Darstellungen auf Hundetafeln etc.

Spitze und KInder

Andere / gemischte Alltags-Szenen

Illustrationen mit Textpassage

Eine Allegorie, die einen kleinen Keeshond (als Symbol für die Patrioten) und Orangisten zeigt, wie sie auf einer an einem Baum aufgehängten Waage gegeneinander aufgewogen werden. Der Keeshond lässt die Waagschale zu seinen Gunsten ausschlagen, ungeachtet der verzweifelten Bemühungen der Orangisten, das Gewicht auf ihre Seite zu verlagern. Auf der Seite des Keeshonds stehen die Freiheit, die Klugheit, die Liebe und die Religion; sie befinden sich nahe einem Denkmal, das ein Porträt des Amsterdamer Bürgermeisters Hendrik Danielsz. Hooft (1787) zeigt. Die Bildunterschrift enthält ein vierzeiliges Gedicht in niederländischer (links) und deutscher (rechts) Sprache.

Sonstiges