VIP’s mit Spitz

Vorwort

Wenn es um Tiere geht und die Beziehung, die irgendwelche Prominente zu ihnen haben oder hatten, bin ich immer sehr kritisch.

Für manche Leute scheint es besonders wichtig zu sein, dass irgendeine prominente Person/Persönlichkeit ein Tier von der gleichen Rasse hat und da wird dann der betreffenden Person auch gern mal das Eine oder Andere in den Mund gelegt und zitiert.

Dabei ist mir aufgefallen, dass bestimmte Leute sowohl von den Spitz-, als auch von den Dackelbesitzern zitiert werden, weil sie auch einen Spitz oder eben Dackel gehabt haben sollen. Wenn man der Sache dann auf den Grund geht, findet man nicht selten heraus, dass sie weder einen Spitz, noch einen Dackel hatten.

Natürlich wird solch ein Ausspruch nicht schlechter, wenn er vom Besitzer einer anderen Hunderasse stammt, aber das Ganze macht einfach deutlich, dass es sich dabei oft um Augenwischerei in Reinform handelt. Und ich will ehrlich sein: Mein Hund wird nicht besser oder schlechter in Abhängigkeit von der Frage, ob Albert Einstein oder die Prinzessin von Absurdistan auch einen hat. Aus diesem Grunde möchte ich mich auch im Wesentlichen auf diejenigen Leute beschränken, in deren Leben ein Spitz wohl tatsächlich eine Rolle gespielt hat.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

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Immer wieder lese ich, dass Mozart einen Spitz gehabt haben soll und immer wieder finde ich Aussagen zu Zitaten aus seinen Briefen, die sich auf seinen Spitz beziehen. Bemerkenswerterweise allerdings immer ohne genaue Angabe, was davon in welchem Brief gestanden haben soll.

Also habe ich mir die Mühe gemacht, seine Briefe und die seiner Familie (im Projekt Gutenberg und im Internet Archiv) durchzulesen, weil ich es mal wieder genau wissen wollte und muss leider feststellen, dass es nur einen einzigen Himweis auf die mögliche (!) Existenz eines Spitzes oder eines Hundes überhaupt namens „Bimperl“ gibt und das ist am Ende seines Briefes vom 14. Januar 1775, der mit dem Satz endet (Zitat)

„Adieu! An Bimberl tausend Busserln.“

Allerdings ist auch das keineswegs als Nachweis zur Existenz eines gleichnamigen Hundes zu werten, denn Mozart pflegte unübersehbar einen überaus kreativen und keineswegs zimperlichen Umgang mit der Sprache (seine Briefe zu lesen ist also durchaus unterhaltsam!) – von all den Anekdötchen, die da so gern mit Hinweis auf seine Briefe erzählt werden, ist in den Briefen tatsächlich nicht eine einzige Silbe zu finden, geschweige denn mehr.

Mozart mag also sicherlich einen Spitz gehabt haben, aber bezüglich all dieser Anekdoten ist wohl eher der Wunsch danach Vater des Gedankens als die Realität . . .

Und obwohl es unzählige Gemälde von ihm gibt, existiert wohl kein einziges, auf dem er mit einem Spitz dargestellt wird, so dass ich davon ausgehe, dass er, sofern es ihn gab, im Leben Mozarts wohl eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben dürfte.

Jean Paul [Johann Paul Friedrich Richter] (1763 – 1825)

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Jean Paul war ein ausgemachter Tierfreund. Nicht nur des Spitzes, sondern er hielt sich auch ein Eichhörnchen und einen Frosch, für den wiederum er Fliegen züchtete. Er fiel dadurch auf, dass er seine Tiere auch überall hin gern mitnahm – das Eichhörnchen beispielsweise einfach in der Tasche.

Da sein Landesherr, der Herzog von Meiningen, als eifriger Jäger das freie Herumlaufen der Hunde im Stadtgebiet und den angrenzenden Wäldern verboten hatte, schlüpfte er kurzerhand in die Rolle seines Spitzes und schrieb als solcher (zur Zeit Hund bei Herrn Jean Paul) am 19.09.1802 nebenstehende Eingabe an ihn mit Bitte um Ausnahmegenehmigung, ohne Leine seinen Herrn beim täglichen Spaziergang nach Welkershausen und Grimmenthal begleiten zu dürfen.

Nachdem sein Spitz im folgenden Oktober von einem tollwütigen Hund gebissen wurde und starb, legte er sich gleich einen neuen zu, der ihn bis 1805 begleitet haben soll (er wäre dann 3 Jahre alt gewesen!). Als er anschließend erblindete und sich deshalb verlief, war bis zu seiner Rückkehr bereits ein neuer junger Spitz eingezogen. Ab da soll Jean Paul seine Hunde erst einmal nur auf Probe und erst nach Bewährungsfrist endgültig gekauft haben.

Ab 1804 lebte Jean Paul in Bayreuth und wanderte tagtäglich mit Knotenstock, einer Botanisiertrommel und seinem Hund zur Rollwenzelei – einem vor den Toren Bayreuths gelegenen Landgasthof, deren Inhaberin Anna Dorothea Rollwenzel hieß (daher die Bezeichnung) und in dem er ein Arbeitszimmer hatte.

In der im 19. Jh. sehr verbreiteten Zeitschrift „Die Gartenlaube“ wird ihm und seinen Gewohnheiten 1856 ein ausführlicher Artikel gewidmet mit einer Abbildung Frau Rollwenzels.

Anlässlich seines hundertsten Geburtstages erscheint in der „Gartenlaube“ der Artikel „Zwei Dichter und ein Dichterasyl“ von Ludwig Storch, illustriert durch nebenstehendes Bild.

Zum Ende seines Lebens hält er statt des Spitzes einen Pudel mit Namen „Ponto“. Tiere, vorzugsweise Spitze und Pudel finden sich auch in seinen Werken wieder:

  • der Spitzius „Hofmann“ in seinem Roman „Hesperus“ ist Anlass für den Untertitel 45 Hundsposttage
  • der junge Gustav in „Die Unsichtbare Loge“ hat einen Pudel und
  • im Quintus Fixlein“ heißt der Pudel „Schill„.

Die Werke Jean Pauls sind definitiv zu umfangreich, um sie hier einzustellen. Darum sind beim „Lese-Sofa“ zwei verschiedene Link-Adressen eingestellt, von denen man, nach Belieben, entweder die Gesamtwerke oder auch einzelne ausgewählte Werke als pdf herunterladen kann.

Prinzessin Ludovika Wilhelmine, Herzogin von Bayern (1808 – 1892)

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(Volpino italiano)

Prinzessin Ludovika war als regelrechtes Extrembeispiel für ihre Liebe zu Hunden berüchtigt. So berichtete beispielsweise eine Hofdame ihrer Tochter Elisabeth (der berühmten österreichischen Kaiserin „Sissi“) nicht gerade unkritisch, dass sie „selbst bei Tisch, und auf den Eßtellern Flöhe knackt! Die Teller werden aber gleich wieder gewechselt.“ Dabei bleibt unklar, ob sie nicht manche Besucher aus voller Absicht ein wenig schockieren wollte – sie war wohl bekannt für ihren trockenen altbayrischen Humor. Lange wurde sie auf Schritt und Tritt von ihren Volpinos Romulus und Roma begleitet.

Als sie 1878 mit ihrem Sohn Carl Theodor und ihrer Enkelin Amelie nach Rom reiste und ein Bahnbeamter sie beim Umstieg in Genua von ihrem Lieblingshund Romulus trennen und diesen in ein sog. Hundecoupe im Gepäckwagen sperren wollte, hätte sie beinahe die Reise abgebrochen. Im Reisetagebuch der Enkelin Amelie findet sich am 1. April 1878 der folgende Eintrag:

»Als Großmama durch die Thüre des Bahnhofs wollte, wollte ein Portier ihr den Romulus nehmen und in das Hundscoupe sperren (Romulus ist der Lieblingshund von Großmama, der überall auf der Reise mit war). Da Großmama ihn bei sich behalten wollte, ließ der Portier sie nicht durch. Von allen Seiten ertönte schon Partenza und es war höchste Zeit einzusteigen. Endlich kam Herr Baron und löste ein Hundebillet. Wir stiegen noch in unsern Wagons, ehe der Zug wegfuhr […]«

Nachdem ihre Hündin Lupa, die sie bis zu ihrem Tod begleitete, bei ihr eingezogen war, schrieb sie 1885 in einem Brief an ihre Enkeltochter Amelie: »Der Englische Garten ist mir etwas verdorben da man die Hunde immer an der Leine führen muß und obgleich meine Lupa sehr geduldig neben mir hertrippelt, ist es doch nicht gesund weil es keine hinreichende Bewegung für junge lustige Hunde ist

Lupa galt als ausgesprochen aufdringlich und selbstbewusst, war bekannt für ihre Bettelei bei Tisch und genoss gegenüber anderen Hunden Prinzessin Ludovikas (z. B. der beleibten rasselosen Dachshündin Silva, genannt „Lupas Hofdame“ ) diverse Vorrechte. So lief sie ihr oft voraus und bezog beispielsweise bei den Mahlzeiten noch vor der Hausherrin auf ihrem Sessel Platz. Selbst bei festlichen Anlässen blieb sie nicht außen vor, sondern tauchte unversehens unter der Serviette auf.

Vier Jahre vor ihrem Tod, 1888, ergänzte Ludovika von Bayern ihr Testament noch um einen Passus zur Versorgung der Hunde nach ihrem Tod: »Schließlich bestimme ich bezüglich meiner Hunde Lupa und Silva Folgendes: Nach Uebereinkunft mit meiner Garderobiére Marie Petermann übernimmt diese meine jetzige Lupa und verbringt sie zu ihrer Mutter, die ein Haus mit Garten bei Freising bewohnt, unter den nachgenannten Geldbestimmungen so lange mein liebes Thier lebt. Meinen andern Hund Silva wünsche ich, dass Amalie Zeller übernimmt; Hundesteuer und Kostgeld hiefür soll ihr aus meinem Nachlaß bestritten werden. Für beide Hunde bestimme ich 500 Mark und soll hievon für Lupa 342 Mark 86 Pfennige, für Silva 157 Mark 14 Pfennige jährlich bezahlt werden

Queen Victoria (1819 – 1901)

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Die Queen hatte Phasen in ihrem Leben, in denen sie bestimmten Hunderassen besonders zugetan war. Lange Zeit favorisierte sie Dackel, züchtete aber auch Möpse, Collies und weitere Hunderassen. Nachdem sie 1888 von einer Italienreise den Volpino Marco mitbrachte, avancierte dieser schnell zu ihrem Liebling. Weitere Pomeranians (insgesamt 35) folgten ihm in der Gunst der Königin, wobei weder die Königin, noch die anderen Züchter zwischen dem Volpino italiano und dem Deutschen Kleinspitz unterschieden. Sie wurden alle gleichermaßen als „Pomeranian“ bezeichnet. 1891 ließ sich die Königin schließlich dazu überreden, einige ihrer geliebten Pomeranians auf der ersten Crufts-Hundeausstellung zu präsentieren: Fluffy, Nino, Mino, Beppo, Gilda und Lulu.

Einer der letzten Hunde, die die Königin besaß und der an ihrer Seite war, als sie starb, war eine Pomeranian-Hündin namens Turi. Sie begleitete die Königin in den letzten Jahren ihres Lebens oft auf ihren Kutschfahrten und ist auch häufig als Familienmitglied auf Gruppenporträts zu sehen. Nach dem Tod der Königin wurde Turi der Herzogin von Albany, der Witwe von Prinz Leopold, übergeben.

Die übrigen Hunde blieben zunächst noch bis 1903 in Windsor und wurden dann allesamt von König Edward VII. in die bereits 1879 von ihm in Sandringham gegründeten Zwinger verbracht.

Darüber hinaus grassiert im Netz nebenstehende Abbildung des Prince of Wales, das ihn auf dem Tennisplatz in Baden-Baden zeigt und gern dahingehend interpretiert wird, dass er ein begeisterter Liebhaber weißer Großspitze gewesen sei. Fakt ist, dass der Prince of Wales ein begeisterter Terrier-Freund war und das Bild zeigt ihn mit einem Samojeden, der ihm 1886 von Otto von Bismarck geschenkt wurde.1

Ein weiteres Mitglied der englischen Königsfamilie, Prince Henry of Wales, Herzog von Gloucester, mit Spitz – 1903. Dabei ist unklar, ob es sich dabei um einen der bekannten Spitze von Queen Victoria handelt, evtl. Turi.

Sebastian Kneipp (1821 – 1897)

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Sebastian Kneipp darf wohl mit Fug und Recht als Revolutionär betrachtet werden.

Verfolgt man seinen Lebenslauf, zeigt sich schnell, dass er sehr durchsetzungsfähig war und Auseinandersetzungen nicht aus dem Wege ging,, wenn er sich seiner Sache sicher war, denn er war mehrfach wegen Kurpfuscherei verklagt und auch verurteilt worden und musste sich erst gegen eine ganze Reihe von Widerständen durchsetzen bis er die spätere Anerkennung fand.

Berücksichtigt man die überaus ablehnende Haltung der Kirche zur Hundehaltung, die ich in der Geschichte der Spitze näher erläutert habe, so wird deutlich, dass, auch wenn die Kirche im Laufe der Zeit sicherlich an Einfluss verloren hatte, Mitglieder des Klerus schon ein ordentliches Rückgrat benötigten, um sich in aller Öffentlichkeit mit einem eigenen Hund zu zeigen. Dabei dürfte wohl auch die Popularität Sebastian Kneipps in der Bevölkerung und seine Anerkennung durch die Medizin eine ausschlaggebende Rolle gespielt haben.

Neben seiner Gießkanne wurde auch der immer an seiner Seite befindliche Spitz mit der Zeit zu einem regelrechten Markenzeichen für ihn!

Émile Zola (1840 – 1902)

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Von Émile Zola und seiner Hundeliebe ist nicht sehr viel überliefert.

Allerdings war er nicht ein Liebhaber speziell des Spitzes, sondern eher allgemein ein Hundefreund, der aber wohl u. A. auch Spitze hatte, Wenn er sich auf seinem Landsitz in Medane aufhielt, stand er morgens um 7 Uhr auf und ging nach einem schnellen Frühstück erst einmal mit seinem Hund eine halbe Stunde an der Seine spazieren.

Gelegentlich fotografierte er auch gern und dabei ist das nebenstehende Foto von seinen Hunden entstanden.

Miss Ellen Terry (1847 – 1928)

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Miss Ellen Terry galt als begnadete Schauspielerin (u. A. „Der Kaufmann von Venedig“, „Hamlet“, „Heinrich VIII.“ etc.) und beste Shakespeare-Interpretin ihrer Zeit. Rechts ein Gemälde von ihr in ihrem legendären, eigens für sie entworfenen „Beetle Wing Dress“, der mit echten Käferflügeln bestickt war.

1925 wurde sie für ihr Lebenswerk ausgezeichnet und als „Dame Grand Cross“ geadelt.

Sie war eine erklärte Hunde-Liebhaberin und hielt neben einem Spitz noch zwei Jack-Russel-Terrier.

Wilhelm II. von Württemberg (1848 – 1921)

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Die beiden Spitze des Königs hießen Ali und Rubi. Ab 1907 begleiteten sie ihn fast ständig, wobei sie selbst bei festlichen Anlässen immer frei herumliefen. Häufig brachten sie die ganze Hofgesellschaft zum Lachen, bellten auch mal die vornehmen Gste an oder sollen einem Gast die herabhängenden Frackschöße zerkaut haben. Als er sich beschweren wollte, gab ihm der Oberhofmeister zur Antwort „Ich habe Ihnen ja schon immer gesagt, Exzellenz, dass Sie sich beim Diner keine Koteletten in die Rockschöße stecken sollen.

Maria (Anna Wilhelmine Luise Karoline Elise Kamilla Olga Amalie Pauline Gräfin) von Linden (1869-1936)

Infos: Wikipedia, Uni Tübingen, Uni Bonn

Sie war wohl die wichtigste Wegbereiterin, damit wir als Frauen heute überhaupt ein Abitur ablegen und uns zu einem Hochschulstudium einschreiben können.

Einen Umstand, den wir nur allzu gern als Selbstverständlichkeit betrachten, obwohl wir uns in der Welt nur umsehen müssen, um festzustellen, dass es das keinesfalls ist. In vielen Ländern der Welt wird Mädchen und Frauen nicht einmal eine vernünftige Schulbildung zugestanden!

Dennoch sah sie selbst sich nie in dieser Rolle und schloss sich auch keiner Frauenrechtsbewegung an, die ihr tw. ihr relativ maskulines Auftreten und Erscheinungsbild vorwarfen, sondern verfolgte ihre eigenen wissenschaftlichen Ziele. Sie war allerdings keineswegs unpolitisch, sondern betrachtete überaus kritisch die nationalsozialistische Politik und zog entsprechende Konsequenzen. Insgesamt war sie für ihre besondere Schlagfertigkeit bekannt und war, wie man bei uns sagt, wohl „nicht auf’s Maul gefallen“.

Und da zu einem so selbstbewussten und eigensinnigen Charakter im Normalfall einfach kein „Allerwelts-Liebchen“ passt, ist es wohl nicht verwunderlich,dass sie eine überzeugte Spitz-Liebhaberin war.

Constantin Brâncuși (1876 – 1957)

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Constantin Brâncuși war, wie der deutsche Bildhauer Hans Arp (1886 – 1966), ein wirklich wegweisender Bildhauer der Moderne. Beide gingen zwar unterschiedliche Wege, trieben aber auf unterschiedliche Weise die Abstraktion in der Skulptur voran: Brâncuși suchte die Perfektion und Reduktion – Arp hingegen integrierte spielerisch organische Formen und Zufall. Beide waren inspiriert von der Natur und der Dada- Bewegung, wobei Arp Brâncuși sogar als Einfluss nannte.

Geboren und aufgewachsen in Rumänien ging Brâncuși nach Ende seiner Militärzeit zu Fuß nach Paris, das er nach einigen Zwischenstopps, u. a. in München, 1904 erreichte. Dort entwickelte er seine künstlerische Tätigkeit in vollem Umfang – zunächst als Bildhauer, später auch in Form von Fotografien, teilweise auch Gedichten.

1921 kaufte Brâncuși die Hündin Polaire, die ihn, egal, ob ins Café, Theater oder Kino, auf Schritt und Tritt begleitete. Sie wurde zu einem Fixpunkt in der Pariser Kunstszene und auf ihre eigene Weise eine gefeierte Pariser Schönheit. Polaire bewachte sein Studio, verbellte weibliche Anrufer und inspirierte ihn. Er nahm zahlreiche Selbstportraits mit ihr auf.

Tragischerweise wurde Polaire nicht alt. 1925 wurde sie bei einem Autounfall tödlich verletzt. Brâncuși begrub sie auf dem ältesten Haustierfriedhof Frankreichs, dem Cimetière des chiens in Asnières-sur-Seine / Paris und versuchte, seine bildhauerische Tätigkeit weiter auszubauen. Er ersetzte Polaire nie durch einen anderen Begleiter, egal ob Hund oder Mensch.

Brâncuși mit Polaire auf der Überfahrt und in New York.

In den letzten drei Jahrzehnten vor seinem eigenen Tod im Jahr 1957 überwiegen Brâncușis Darstellungen von Tieren bei weitem die der Menschen.

Unbestritten hatte Polaire einen nachhaltigen Einfluss auf Brâncușis Leben und Kunst!

Wilhelm von Preußen (1882–1951)

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Bereits in einer Marmorskulptur Pagels von 1910 wird der junge Prinz Wilhelm von Preußen mit einem Spitz dargestellt und Spitze haben ihn wohl auch sein ganzes Leben hindurch begleitet. Auch Cecilie von Mecklenburg-Schwerin, die er 1905 heiratete, war in dieser Hinsicht wohl „vorbelastet“.

Kurz darauf, 1906, entstand anlässlich eines Besuchs in Bad Kreuth das nebenstehende Foto, bei dem seine Ehefrau Cecilie einen Spitz auf dem Schoß hält.

1911 erscheint eine Gratulationskarte, wobei ich leider nicht herausfinden konnte, zu welchem Anlass damit gratuliert wurde.

Ein späteres Foto Wilhelm von Preußens zeigt ihn im September 1948 noch einmal mit seinem Spitz Coco.

Insgesamt war allerdings diese Familie trotz ihrer lang anhaltenden Liebe zu den Spitzen wohl nicht ganz so hundeverrückt wie beispielsweise Ludovika von Bayern.

Edith Södergran (1892 – 1923)

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René François Ghislain Magritte (1898 – 1967)

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Das Ehepaar Magritte besaß vier Spitze, zu denen beide eine sehr enge Beziehung hatten. Der erste hieß Loulou. Nach Loulou besaßen sie noch zwei weitere Spitze, die Jackie hießen – der letzte schließlich trug wieder den Namen Loulou.

Insgesamt portraitierte er seinen Spitz drei Mal in seinen Gemälden „Le Civilisateur“ (zwei Mal 1944, 1946)

Auf Magrittes einziger Reise in die USA war seine größte Sorge, ob sein Hund ihn im Flugzeug und ins Hotel würde begleiten dürfen.

Joseph Faßbender (1903 – 1974)

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Im Gegensatz zu vielen anderen Hundefreunden ist über Joseph Faßbender und die Beziehung zu seinem Hund erstaunlich wenig bekannt. Es war wohl ein größerer weißer Spitz mit Namen Fifi.

Auf einem Foto Ende der fünfziger Jahre sieht man Joseph Faßbender in seinem Atelier in der Maternusstraße mit dem Hund Fifi , der in seinen Zeichnungen immer wieder zu erkennen ist. Faßbender sitzt auf einem geflochtenen Hocker, er trägt einen schwarzer Rollkragenpullover. Auf der breiten Tischplatte liegt das Material in geometrischer Ordnung, wie seine Zeichnungen selbst: Die Pinsel in Vasen, daneben die Spachtel aufgereiht, die Farbbecher angeordnet. Flaschen mit Lösungsmitteln, der Größe nach gestellt, übereinander liegende Papierarbeiten, rechts von ihm Schere, Klebeband, Aquarellstifte und Zeichendreiecke und Klebeband, links eine Staffelei.

Eines dieser extrem seltenen Fotos ist hier links abgebildet.

„Spitz-Züchter-Prominenz“ und verschiedene Prominente, die sich mit Spitz fotografieren oder filmen ließen

Die Nonne und ihre Spitze (1969)

  1. Gordon, Sophie, Noble Hounds and Dear Companions, The Royal Photograph Collection, 2007, S. 109 ↩︎